Unser Hausberg zuerst – warum wir auf ein Testival verzichten

Liebe Radsberg-Fliegerinnen und -Flieger,

manchmal muss man Entscheidungen treffen, die nicht leichtfallen, aber dafür langfristig guttun. Nach sorgfältiger Abwägung hat sich der Vorstand einstimmig gegen das von Jonas für den Sommer geplante Testival entschieden.

Warum diese Entscheidung?

Sensibles Fluggebiet mit begrenzten Kapazitäten
Der Radsberg ist ein kleines, sensibel reagierendes Fluggebiet. Start- und Landeplatz sind räumlich begrenzt, und schon an starken Flugtagen stoßen wir an natürliche Kapazitätsgrenzen. Ein intensiv beworbenes Großevent wie ein Testival würde in Spitzenzeiten zu einer Verdichtung des Luftverkehrs führen, die weder sicherheits- noch flugbetrieblich vertretbar wäre.

Sicherheit hat oberste Priorität
Ein Testival bringt naturgemäß viele Gastpiloten ins Gebiet, oft mit unbekannter Ortskenntnis und teilweise mit völlig neuen, unvertrauten Schirmen. Unter solchen Bedingungen steigen die Startplatzbelastung, die Komplexität in der Luft, das Risiko von Fehlentscheidungen oder Fehlstarts sowie die Wahrscheinlichkeit von Außenlandungen. Diese Faktoren sind für größere Testival-Gebiete gut beherrschbar, für den Radsberg jedoch nur sehr schwer.

Sensibilität gegenüber Anrainern und Landbesitzern
Unser gutes Verhältnis zu Anrainern, Bauern, Jägern und Gemeinde basiert auf jahrelangen intensiven Verhandlungen und Gesprächen, welche schließlich zu einer guten Zusammenarbeit geführt haben. Ein Testival würde unweigerlich mehr Verkehr, Geräuschkulisse, Parkplatzdruck und Flugbewegungen bringen. Also genau jene Faktoren, bei denen wir seit vielen Jahren bemüht sind, sie niedrig zu halten. Die nachhaltige Sicherung unseres Fluggebietes steht für uns über jeder Einzelveranstaltung, so interessant sie auch sein mag.

Schutz des normalen Vereinsbetriebs
Wir möchten, dass unsere Mitglieder auch an Eventwochenenden normal und entspannt fliegen können. Ein stark frequentiertes Testival hätte unweigerlich dazu geführt, dass Warteschlangen entstehen, Flugfenster enger werden und der eigentliche „Hausberg-Charakter“ verloren geht. Der Radsberg lebt davon, nicht zu einem überlaufenen Eventberg zu werden.

Wegfall des Stubaicups = erwartbar stärkerer Andrang
Da der Stubaicup 2026 abgesagt wurde, hätten viele Pilotinnen und Piloten nach alternativen Testival-Möglichkeiten gesucht. Der erwartete überregionale Besucherzustrom würde die Situation am Radsberg zusätzlich verschärfen, weit über das hinaus, was unser Gelände verkraftet.

Zusammengefasst: Wir schützen unseren Hausberg, damit er uns allen langfristig als ein sicheres, harmonisches und entspanntes Flugparadies erhalten bleibt.

Natürlich sollen Interessierte die Möglichkeit zum Materialtesten haben. Es gibt dafür aber andere, wesentlich geeignetere Fluggebiete. Jonas hat inzwischen mit der Petzen auch schon eine Ersatzlokation gefunden: Testival 2026. Wir überlegen im Vorstand aber ebenfalls bereits, wie wir vereinsinterne, gebietsverträgliche Aktivitäten anbieten können (z.B. Einladen einzelner Hersteller wie es auch in der Vergangenheit bereits der Fall war).

Wir danken für euer Verständnis!

Unser gemeinsames Ziel bleibt: Sicherheit, Rücksicht, Nachhaltigkeit und die langfristige Freude an unserem wunderschönen Fluggebiet.
In diesem Sinne wünschen wir euch viele schöne Flüge und entspannte Stunden über unserem Lieblingshügel!


Euer Vorstand