Clubausflug ALBANIEN 6.-10. Mai 2009

Fotos unter www.kgfc.org/Bilder Para-dies

14 Vereinsmitglieder nahmen an dem besonders attrakiven Clubausflug teil, der uns an die albanische Küste (VLORE) verschlug. Mit Unterstützung vor Ort durch unser Mitglied Thomas (Österr. Kulturattaché) und Clubfreund Reimar konnte das Organisatorische ganz gut gemeistert werden.

Vom 7. – 9. Mai fanden heuer zum 10. Mal die Albania Open statt. Ein Flugwettbewerb mit Punktlandung am Sandstrand, Teilnehmer 110 Piloten aus 13 Nationen. Nach 5 Runden schafften es Helmut und ich ins Finale der besten 30. Nach weiteren zwei Runden belegte Helmut Platz 28 und ich Platz 16. Viel mehr war ohne Training bei der starken Konkurrenz nicht zu machen.

Albanien, eine “spannendes” Land mit krassen Gegensätzen zwischen alt und neu, zwischen arm und reich, mit sehr gastfreundlichen Menschen, mit Aufbruchstimmung und Festhalten an Traditionen, ein Land in dem noch Improvisation angesagt ist, wo man noch viel Zeit hat und wo es viele Bunker gibt. Besonders beeindruckend für mich war, dass es in der “Fliegergemeinde” auch unter kürzlich noch kriegsführenden Nationen sehr freundschaftlich zuging und auch viele neue Freundschaften geschlossen wurden. Eine Bereicherung für uns war unter anderem auch das Kennenlernen des Kosovo-Albaners Islami Islam, der in Östereich lebt, arbeitet und fliegt.

Glück ab – gut land!

Ewald

Michael Unterweger hat folgenden Bericht über den Ausflug verfasst: (danke Michi!)

Der heurige Clubausflug nach Albanien war wenn auch nicht unbedingt in sportlicher Hinsicht doch ein Erfolg. Es bleibt allen Teilnehmern ein unvergessliches Erlebnis im Land der Skipetaren, „Skipe“ soll laut Auskunft von Thomas soviel wie Adler heißen, gemeinsam mit einigen leibhaftigen Adlern an den Hängen von Shashica in der Thermik gekreist zu haben.

Aber der Reihe nach: Auf dem Weg dorthin haben wir einen kurzen Zwischenstopp in Verona gemacht, wo wir neben der römischen Arena die typisch italienische Altstadt angesehen haben in der die Liebesgeschichte von Romeo und Julia sich im 16.ten Jahrhundert zugetragen haben soll. Auf alle Fälle steht das Haus, das von Shakespeare geschildert wird, immer noch dort und die Statue von Julia ist ein Publikumsmagnet, den auch wir besuchen mußten. Der Flug nach Albanien war kurz und verlief problemlos, zu trinken bekam man allerdings nur Kaffe oder Wasser. Gut dass wir noch in Verona ein Abendessen genossen haben, denn im Flugzeug war daran nicht gedacht.

Auch wenn man in Albanien auf einige lieb gewonnene Annehmlichkeiten unserer Zivilisation verzichten muss, ist es erstaunlich welche Fortschritte in den letzten Jahren gemacht wurden. Das erste was einem auffällt ist die für Südländer ungewöhnliche Sauberkeit rund um den Flughafen. Auf dem Weg nach Vlora fallen einem dann die vielen Tankstellen auf die rund um Tirana die Straßen säumen. Diese stammen aus der Zeit des Kosovokrieges, wo Treibstoff ein begehrtes Gut war und Albaner mehr oder weniger legal an dem Geschäft mitgenascht haben. Die Straßen rund um Tirana befinden sich in einem sehr guten Zustand. Fährt man aber weiter in das Land hinein stellt man fest, dass noch nicht alle Regionen vom Boom profitiert haben und man immer noch von Schlaglöchern überrascht werden kann. Auch als Fußgänger tut man gut daran die Augen offen zu halten denn Löcher und ungesicherte Baustellen auf Gehwegen sind keine Seltenheit.

Die Bautätigkeit in Vlora ist nach wie vor hoch, ich habe dies schon letztes Jahr beobachten können, und man wundert sich wer all die Hoteltürme, welche hier errichtet werden, selbst in der Hochsaison füllen soll. Albanien ist immer noch das Land in Europa mit der höchsten Mercedesdichte, was nicht daran liegt, dass Mercedes eine Albanische Automarke wäre, sondern eher daran, dass Autos die Mittel- und Westeuropa auf unfreiwilligem Wege verlassen haben irgendwo auch wieder an den Mann gebracht werden müssen.

Auf der Anhöhe von Shashica fallen neben den Schaf- und Ziegenherden die vielen kleinen dem Verfall preisgegebenen Bunker auf, welche noch aus der Zeit von Enver Hoxha stammen und eher dazu berufen sind die Paranoia des damaligen Diktators als die Bereitschaft zur militärischen Verteidigung zu demonstrieren. Es gibt im ganzen Land rund 600.000 davon.

Sportlich haben wir nicht ganz die Erwartungen erfüllt. Günter und ich haben das Finale der letzten 30 knapp versäumt und so lag es an Ewald (Platz 16) und an Helmut (Platz 28) unsere Ehre zu retten. Das Teilnehmerfeld war heuer im Jubiläumsjahr der zehnten Austragung noch größer als letztes Jahr. 110 Piloten aus 13 Nationen waren angetreten. Der Flugenthusiasmus nahm rasch ab als klar wurde wie beschwerlich die Auffahrt auf der Ladefläche eines Militär-LKWs war. Wurde Anfangs noch davon geträumt nach dem Bewerb frei fliegen gehen zu können war schon am zweiten Tag niemand mehr zu finden der nicht das kühle Bier einem erneuten Flug vorzog. Die Siegerehrung war wie jedes Jahr pompös mit Prominenz aus Politik und Wirtschaft inszeniert und endete mit einem wirklich sehenswerten Feuerwerk.

Auf der Rückfahrt haben wir dann noch auf dem Weg nach Tirana einen Rückspiegel für den Bus gesucht und gefunden und dafür einigen Umweg auf uns genommen, welcher sich ohne Vorwarnung auf der Anfahrt nach Verona mitten auf der Autobahn aus der Verankerung gelöst hat.

Summa summarum war es eine gelungene Entdeckungsreise und man kann einen Besuch weiterempfehlen sofern man, ja sofern man sich, wie bereits erwähnt, damit abfinden kann auf lieb gewonnene Annehmlichkeiten zu verzichten. Zum Beispiel, wenn man abends nicht vor hat zu Bett zu gehen bevor die letzte Strand-Bar ihre Stereoanlage abgeschaltet hat und man nichts dagegen hat von gelegentlichen Baulärm geweckt zu werden. Im Übrigen kann man sagen, es ist eine sehr ruhige Gegend.

Dank sei noch an Thomas, Österreichs Kulturattaché der uns bei der Vorbereitung sowie vor Ort bei der Lösung kleinerer Probleme tatkräftig unterstützt hat und damit viel zum Gelingen des Ausfluges beigetragen hat.

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